welt interview mit gruenerfliegen

„Ökologisch reisen heißt oft, langsamer zu sein“

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Welt.de – 3. November 2021

Jede Flugreise schadet der Umwelt. Aber der persönliche Anteil am CO2-Ausstoß lässt sich beeinflussen. Ein Berliner Start-up hilft bei der Suche nach grünen Flügen und schließt auch Reisende in der Business-Class nicht aus.

Auszug aus dem Interview, hier komplett zu lesen bei Welt.de:

„Das Berliner Start-up GruenerFliegen.de ist seit April 2021 online. Auf der Website können Reisende ihre Flüge nicht nur nach Preis und Flugzeit vergleichen, sondern auch den Umwelteinfluss jedes einzelnen Fluges sehen. Wir sprachen mit dem Geschäftsführer Philipp Gablenz über Faustregeln für umweltfreundliches Fliegen und modernen Ablasshandel.

WELT: Die Automobilindustrie hat, was Diesel-Abgase angeht, gemogelt, warum sollte die Luftfahrtindustrie ehrlicher sein?

Gablenz: Die Frage ist berechtigt. Airlines haben naturgemäß ein Eigeninteresse und sind beim Thema Emissionen keine objektive Instanz. Wir dagegen sind transparent und konsequent in der Berechnung.

WELT: Und wie machen Sie das?

Gablenz: Wir beziehen die Daten zur Öko-Bilanz der einzelnen Flüge von einem unabhängigen Datenanbieter, der nicht auf die Angaben der Airlines angewiesen ist, sondern selbst recherchiert. Damit bieten wir unseren Nutzern einen unabhängigen Vergleich zwischen 750 Airlines weltweit.

WELT: Bitte konkreter, von wem beziehen Sie die Daten? Anzeige

Gablenz: Von Atmosfair, einer deutschen Non-Profit-Organisation, die 2005 aus einem Forschungsprojekt des Bundesumweltministeriums hervorging. Atmosfair vergleicht die größten Airlines der Welt hinsichtlich ihrer Klimaeffizienz, also den CO2-Emissionen pro Transportleistung.

WELT: Klingt einfach…

Gablenz: … ist aber kompliziert, da in die Berechnung der CO2-Emissionen viele Komponenten einfließen wie Flugzeugtyp, Triebwerke, aerodynamische Flügelspitzen, sogenannte Winglets, der Frachtraum und dessen Auslastung sowie die Bestuhlung in der Kabine. Mit solchen Daten lässt sich der CO2-Ausstoß einer Airline auf etwa zwei Prozent genau berechnen.

WELT: Stichwort Bestuhlung – sortiert Ihre Flugsuchmaschine automatisch Business und First aus, mit mehr Platz wächst ja der persönliche ökologische Fußabdruck?

Gablenz: Es ist richtig, ein Sitz in der Economy wird immer klimafreundlicher sein als ein Sessel in höheren Flugklassen. Dennoch kann bei GruenerFliegen.de die Business-Class gebucht werden, denn wir wollen grünes Fliegen auch für Geschäftsreisen attraktiv machen.

WELT: Das klingt nach modernem Ablasshandel, man zahlt etwas mehr und fliegt mit gutem Gewissen.

Gablenz: Wer so denkt, hat das Prinzip von GruenerFliegen.de nicht richtig verstanden. Wir verstehen uns als Dienstleister, der die Möglichkeit bietet, umweltfreundlicher zu reisen. Die Entscheidung, wie viel Komfort Reisende zu opfern bereit sind, müssen sie selbst treffen. Und Flüge mit überdurchschnittlich hoher Schadstoffbelastung lassen sich bei uns gar nicht buchen, auch nicht über Aufschläge oder Kompensationen.“

Auszug aus dem Interview, hier komplett zu lesen bei Welt.de:


Interview Welt.de mit Philipp von Gablenz

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